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Pulsfeldablation (PFA) - was ist das eigentlich?

3 Min.

02.01.2026

Kaum eine am HDZ NRW eingesetzte medizinische Technologie entwickelt sich so rasant und wird als so zukunftssicher eingeschätzt wie die Pulsfeldablation (engl. Pulsed Field Ablation, kurz PFA). Diese kommt vornehmlich bei der Behandlung von Vorhofflimmern zum Einsatz. In der Klinik für Elektrophysiologie/Rhythmologie unter der Leitung von Prof. Dr. Philipp Sommer spielt sie bereits seit einigen Jahren eine wichtige Rolle.  

Über den Katheter werden bei dieser Prozedur hochenergetische elektrische Impulse in das Herzgewebe gesetzt, um die für den gestörten Herzrhythmus verantwortlichen Herzmuskelzellen präzise außer Gefecht zu setzen. Dafür werden mikroskopisch kleine Poren in die Zellmembranen geschossen. Der Fachausdruck lautet „Elektroporation“.

„In Deutschland steht uns die PFA-Technik seit 2021 zur Verfügung“, sagt Professor Dr. Philipp Sommer. „Die Vorteile liegen in deutlich kürzeren Behandlungszeiten und einer sehr niedrigen Komplikationsrate.“

Neuere Systeme, die allesamt am HDZ NRW verfügbar sind, besitzen zudem eine hochmoderne „Mappingfunktion“, die es erlaubt, die Ursprungsorte im gestörten Reiz-Leitungssystem des Herzens mit Hilfe eines dreidimensionalen Modells der Herzkammer genauestens zu identifizieren. Die jüngste Innovation dieser Art wurde 2025 erstmals in Bad Oeynhausen und nur drei weiteren Einrichtungen in Deutschland eingesetzt. Das System (VOLT, Hersteller Abbott) verfügt über ein voll integriertes 3D-Mapping sowie eine Konstruktion mit einem innenliegenden Ballon, der eine besonders gleichmäßige und schonende Abgabe der Ablationsenergie ermöglicht.  

 

Erster PFA-Katheter auf Ballonbasis

Diese innovative PFA Technologie kombiniert damit die eingesetzte Pulsed Field-Energie mit einer Ballontechnologie und zeichnet sich durch eine bessere Visualisierung und Handhabung aus.

„Wir wägen allerdings sehr genau ab, für welche Patienten die PFA-Technologie besonders geeignet ist“, sagt Professor Sommer. Je nach individuellem Erkrankungsbild können so zum Beispiel zur Behandlung von Vorhofflimmern auch Verödungsmethoden mittels Hitze, als sog. Radiofrequenz-Ablation, oder Kälte (Kryo-Ablation) vergleichbar gute Ergebnisse  erzielen.

Info: Herz aus dem Takt

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung in Deutschland. Bei dieser Erkrankung schlagen die Vorhöfe des Herzens unregelmäßig und meistens zu schnell. Als Folge können Symptome wie Kurzatmigkeit oder Herzstolpern auftreten. Die größte Gefahr für Betroffene ist die Bildung von Blutgerinnseln und ein dadurch erhöhtes Schlaganfallrisiko sowie das Risiko, eine Herzschwäche zu entwickeln.

Prof. Dr. Philipp Sommer

Ab Schuljahr 2026/27: Reanimationsunterricht in NRW-Schulen

„Das ist sehr zu begrüßen, sagt Prof. Dr. Philipp Sommer, Klinikdirektor der Elektrophysiologie/Rhythmologie am HDZ NRW. „Die Scheu vor einem aktiven Eingreifen zu nehmen und aufzuzeigen, dass man sprichwörtlich Leben retten kann, sollte das Hauptanliegen der geplanten Unterrichtsmaßnahmen sein.“

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