Das Team des HDZ NRW ist zur Gesundheitsvorsorge regelmäßig in Unternehmen der Region unterwegs, hier mit Knöchel-Arm-Index-Messgerät (v.l.) Andreas Fründ, Sabine Poggemöller, Dr. Karl-Otto Dubowy, Christian Schlamm und Dr. Klaus-Peter Mellwig.
In der Gesundheitsvorsorge machen die Regionalgesellschaft EDEKA Minden-Hannover und das HDZ NRW gemeinsame Sache: Auch in diesem Jahr bot das Unternehmen seinen Beschäftigten aus der Verwaltung wieder einen kostenlosen Herz-Kreislauf-Check vor Ort in Minden an. Neben dem bewährten Screening brachten die Experten aus dem HDZ NRW diesmal ein Gefäßtest-Gerät mit. Kardiologe Dr. Klaus-Peter Mellwig: „Eine häufig unterschätzte Minderdurchblutung der Beine kann lebensbedrohliche Folgen haben.“
Das Gerät ist mobil, tut nicht weh und besteht aus vier Manschetten, die an Handgelenke und Fußgelenke angelegt werden. Innerhalb von einer Minute sendet es die ermittelten Blutdruckdaten via Bluetooth an den Arzt.
Genauso schnell ist der Knöchel-Arm-Index errechnet. Dieser Wert gibt an, ob der Betroffene unter der als Schaufensterkrankheit bekannten, sogenannten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) leidet. „Das ist eine Gefäßerkrankung mit einer hohen Sterblichkeitsrate“, erläutert Dr. Mellwig. Das Tückische daran: Etwa 70 Prozent der Betroffenen haben keine typischen Symptome. So geht wertvolle Behandlungszeit in der frühen Phase der Erkrankung verloren.
Die amerikanische Fachgesellschaft hat die Knöchel-Arm-Messung (engl. ABI= Ankle Brachial Index) deshalb bereits vor einigen Jahren in ihre Leitlinien für Risikogruppen aufgenommen. „In Deutschland wird sie Personen ab dem 50. Lebensjahr empfohlen, die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf- oder pAVK-Erkrankungen in der Familie aufweisen“, sagt Dr. Mellwig.
Knöchel-Arm-Messung
Wer zu einer Risikogruppe zählt, wird anhand eines Fragebogens und eines 12-Kanal-EKGs ermittelt. „Für jeden Beschäftigten können wir anschließend eine sehr präzise Vorhersage darüber treffen, wie hoch das Risiko ist, innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine pAVK zu erleiden.“ Bei Bedarf raten die Experten zu einer weitergehenden Beurteilung durch eine Hausarzt- oder Facharztpraxis.