Herzgeschichten

Wenn die Gefäßerkrankung zum Notfall wird

Bereits kurz nach der Eröffnung der Abteilung Gefäßchirurgie am HDZ NRW gelingt den Spezialisten bereits eine lebensrettende Gefäßtransplantation.

2 Min.

02.01.2026
Patientenbild

Entspannt kann Andreas Geszczak (Mitte) seiner Entlassung entgegensehen. Ernest Danch (l.), Leiter der Gefäßchirurgie am HDZ NRW, und sein leitender Oberarzt Stefan Heisel haben ihm das Leben gerettet.

Für Andreas Geszczak (69) kam die Rettung gerade noch rechtzeitig – dank erfahrener Chirurgen und der Gewebebank im HDZ NRW.  

Als der ehemalige Lagerist aus Kirchlengern in der Nacht als Notfall im HDZ NRW aufgenommen wird, ist sein Zustand akut lebensbedrohlich. Bakterien an seiner Kunststoff-Prothese, die die beiden wichtigen Leistenarterien verbindet, hatten eine schwere Entzündung der Bauchdecke und Leisten ausgelöst. Er fiebert, blutet in beiden Leisten, zudem hat sich Flüssigkeit zwischen Lunge und Rippen angesammelt, ein sogenannter Pleuraerguss gebildet. Der 69-jährige leidet unter Atemnot und Brustschmerzen, sein rechtes Bein ist kalt, weil sich der Bypass verschlossen hat.  

„Grundsätzlich kann jede Infektion zu einer Sepsis führen“, sagt Ernest Danch, Leiter der Gefäßchirurgie am HDZ NRW. „Das ist immer ein medizinischer Notfall.“  Oberarzt Agron Ibishi platziert eine Drainage zwischen Lunge und Brustwand. Ein Druckverband soll die Blutungen stoppen. Um das Leben ihres Patienten zu retten, benötigen Ernest Danch und sein Oberarzt Stefan Heisel ein Gefäß eines verstorbenen menschlichen Spenders, mit dem sie den Blutfluss über die Leistenarterien wiederherstellen können, einen neuen Bypass.

Und eben ein solches Gefäß, ein 25 Zentimeter langer Aortenbogen mit absteigendem Ast (Aorta descendens), wird in der HDZ-Gewebebank bei minus 180 Grad Celsius bereitgehalten. Andreas Geszczak überlebt.

Wäre der Notfall vermeidbar gewesen? „Es ist wichtig, Symptome frühzeitig ernst zu nehmen“, sagt Ernest Danch. „Insbesondere bei einem bestehenden Infekt sind ein rapide sinkender Blutdruck, Blutungen und Schmerzen immer Warnsignale, bei denen man nicht zögern darf, ärztlichen Rat einzuholen.“

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