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Den schwarzen Hund an die Leine nehmen

Dr. Katharina Tigges-Limmer leitet die Medizinische Psychologie am HDZ NRW. Die Expertin zeigt hilfreiche Wege im Umgang mit Depressionen auf. 

2 Min.

Erschienen in HDZeit 10.2026, am 06.10.2026
19.10.2026
Dr. Katharina Tigges-Limmer

Dr. Katharina Tigges-Limmer

Jeder dritte Mensch mit Diabetes leidet an einer Depression. Warum ist das Risiko so hoch?

Ähnliche biologische Prozesse im Körper können sowohl Diabetes als auch Depressionen auslösen und gegenseitig verstärken. Zudem stören dauerhaft unzureichend regulierte Blutzuckerwerte die Gehirnfunktionen und schädigen Nerven sowie Blutgefäße. Bei einer chronischen Erkrankung kommen oft Ausgrenzung im Beruf, Sorge vor Arbeitslosigkeit und Bedenken, geliebten Menschen zur Last zu werden, hinzu.

Welche Therapieangebote gibt es?

Je nach Schweregrad der Depression wird eine ambulante oder stationäre Psychotherapie und/oder eine Psychopharmakotherapie durchgeführt. Die enge Zusammenarbeit mit Diabetologen und eine Abstimmung mit der Diabetes- und Ernährungsberatung sind hilfreich. Oft wird die Depression als „schwarzer Hund“ beschrieben, der einen begleitet, bedroht, niederdrückt und kontrolliert. Durch die Behandlung nimmt der Patient diesen Hund an die Leine, führt ihn aus, kommt dabei an die frische Luft und erlebt im besten Fall positive Begegnungen und Erfahrungen.

Wie lässt sich das psychische Wohlbefinden steigern?

Es ist wichtig, Gefühle bei sich zu erkennen und liebevoll anzunehmen. Dazu gehört auch die Akzeptanz, dass nicht immer alles glatt läuft. Das innere Belohnungssystem, das vielleicht mit emotionalem Essen verknüpft war, darf neue Erfahrungen durch neue Hobbies machen. Finden Sie heraus, was Ihnen besondere Freude bereitet! Entspannungsverfahren und der Austausch mit Gleichgesinnten können unterstützen. Auch weniger Strenge mit sich selbst ist manchmal hilfreich. Im optimalen Fall läuft der Diabetes im Leben mit und diktiert es nicht.

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