Sandra Barnes-Boekhoff und Sarah Singer haben ihre Chance genutzt: Sie arbeiten als Kardiologische Fachassistentinnen im Herzkatheterlabor.
„Qualifikation hat Zukunft“, sagen Sandra Barnes-Boekhoff und Sarah Singer überzeugt. Beide arbeiten als Kardiologische Fachassistentinnen im Herzkatheterlabor des Zentrums für angeborene Herzfehler und Kinderherzzentrum am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen. Mit ihrer Weiterbildung haben sie nicht nur ihr Wissen vertieft, sondern sich auch fit gemacht für die Zukunft eines sich rasant wandelnden Berufsfeldes.
Neue Anforderungen an Wissen und Technik
Die interventionelle Kardiologie steht für Dynamik und Innovation. Minimalinvasive Eingriffe, moderne Bildgebung und digitale Dokumentationssysteme verändern Abläufe für Assistenzpersonal im Katheterlabor grundlegend. „Um Schritt zu halten, ist es ratsam, sich über aktuelle medizinisch-pflegerische, technische und organisatorische Kompetenzen auf dem Laufenden zu halten“, sagt Pflegedirektor Christian Siegling. „Das fördern wir mit attraktiven Fortbildungsangeboten.“
Die Weiterbildung zur Kardiologischen Fachassistenz verbindet fundiertes Fachwissen – etwa zu invasiver Diagnostik, Intensiv- und Notfallmedizin, Rhythmologie und Pharmakologie – mit Zukunftsthemen wie Qualitätsmanagement, Kommunikation und digitalem Arbeiten. „Gerade die Einblicke in digitale Tools, KI-Grundlagen oder moderne Dokumentationssysteme zeigen uns, wohin die Reise in unserem Fachbereich geht“, berichtet Sandra Barnes-Boekhoff. „Das motiviert, selbst Teil dieser Entwicklung zu sein.“
Von Erfahrung zu Innovation
Sandra Barnes-Boekhoff ist gelernte Kinderkrankenschwester mit Zusatzqualifikation in der Kinderintensivpflege. Sie arbeitet seit mehr als 20 Jahren im Kinderherzzentrum und Zentrum für angeborene Herzfehler. Inzwischen ist sie ausschließlich im Herzkatheterlabor tätig. „Die Vielfalt der angeborenen Herzfehler ist faszinierend und herausfordernd zugleich – wir betreuen hier alle Altersgruppen.“ Durch einen Flyer wurde sie im HDZ NRW auf die Möglichkeit einer Fortbildung zur kardiologischen Fachassistentin aufmerksam. „Ich habe mich gleich beworben und das zu keinem Zeitpunkt bereut.“
Während Sandra Barnes-Boekhoff ihre 240 Stunden umfassende Fortbildung in Essen absolviert hat, fand Sarah Singers Weiterbildung „Kardiologische Fachassistenz“ in Unna statt. „Uns begeistert, wie moderne Technik und präzise Medizin zusammenwirken. Jedes Herz ist anders. Wissen über 3D-Bildgebung, neue Klappeninterventionen oder Therapien bei Herzinsuffizienz wieder aufzufrischen und Neues mitzunehmen, war unglaublich spannend.“
In Essen lag ein Schwerpunkt im Erwachsenenbereich. „Auch wenn ich mir während der insgesamt sechsmonatigen Fortbildung etwas mehr kinderkardiologische Themen gewünscht hätte, war es sehr hilfreich, hier gebündeltes Hintergrundwissen und auch damit mehr Sicherheit für den Klinikalltag zu erhalten“, sagt Sandra Barnes-Boekhoff. Ihre Kollegin Sarah Singer ist gelernte Medizinische Fachangestellte. „Ich habe während meiner Fortbildung Vieles über die Nachsorge von transplantierten Patienten gelernt.“
Beide betonen, wie wichtig das kollegiale Miteinander und die Unterstützung ihres Bad Oeynhausener Teams waren. „Unser Umfeld hat uns bestärkt, Neues auszuprobieren – das war entscheidend und das würden wir auch unbedingt weiterempfehlen.“
Weiterbildung als Schlüssel für die Zukunft
„Die Zukunft der Pflege liegt in Spezialisierung, Digitalisierung und interprofessioneller Zusammenarbeit“, betont Christian Siegling. „Angesicht der Veränderungen im Gesundheitswesen zählt dabei Assistenzpersonal, das ein hohes Maß an Kompetenz und die Bereitschaft mitbringt, die eigenen Handlungsfelder zu erweitern und zu ergänzen, zu den Gewinnern am HDZ NRW.“ Gründe genug, warum man am HDZ NRW ein spezielles Karrierekonzept ins Leben gerufen habe, um die Vielfalt der Pflegeberufe in allen Funktionsbereichen konsequent weiterzuentwickeln und zu fördern – das gilt für Beschäftigte im Kinder- und Erwachsenenbereich ebenso wie im OP-, auf der Pflegestation, in der Intensivpflege oder in einer der Ambulanzen.
Mehr Info unter www.hdz-nrw.de/karrierepfade
Aktuell sind mehr als 2.800 Mitarbeitende, davon 1.600 Pflege- und Funktionskräfte, am HDZ NRW beschäftigt. Im Einklang mit moderner Hochleistungsmedizin und menschlicher Nähe wird im interdisziplinären Einvernehmen eine Behandlung sichergestellt, die langfristig die bestmögliche Lebensqualität verspricht. Maßstäbe für die hohe Pflegequalität sind etablierte Standards aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie ein qualitätsorientiertes Aus-, Fort- und Weiterbildungskonzept.