Kooperationspartnerschaft von BARMER und HDZ NRW: Am Weltherztag starten (v.l.) PD Dr. Denise Guckel (IFAT), Dr. Karin Overlack (Geschäftsführerin HDZ NRW), João Rodrigues (NRW-Geschäftsführer BARMER), Caroline Schwaab (Vertragsreferentin BARMER) und Dr. Daniel Dumitrescu (IFAT) ein gemeinsames telemedizinisches Versorgungsprojekt zur Versorgung von Menschen mit chronischer Herzschwäche.
Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an behandlungsbedürftiger Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Als chronische und fortschreitende Herzerkrankung ist diese mit einer zunehmenden Beeinträchtigung der Lebensqualität und besonders in höherem Lebensalter mit vielen Krankenhausaufenthalten verbunden.
„Mit Hilfe digitaler Technologien wollen wir die Selbstmanagementkompetenzen der Betroffenen stärken und gemeinsam das Risiko ungeplanter Krankenhausaufenthalte senken“, fassen die Kardiologen Dr. Daniel Dumitrescu, und PD Dr. Denise Guckel als stellv. Ärztliche Leitungen des Instituts für angewandte Telemedizin (IFAT) am HDZ NRW die Ziele der Initiative zusammen.
Dass dieser Ansatz wirksam ist, bestätigen wissenschaftliche Studien: Patientinnen und Patienten in telemedizinischer Mitbetreuung verbringen weniger Zeit ungeplant im Krankenhaus und profitierten von einer höheren Lebenserwartung. Seit dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Jahr 2022 können telemedizinische Leistungen bundesweit über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden, allerdings nur für bestimmte Einschlusskriterien, insbesondere bei einer stark verminderten Pumpleistung (Ejektionsfraktion) der linken Herzkammer. „Unsere Vereinbarung geht nun begleitversorgend bewusst einen Schritt weiter“, sagt João Rodrigues, Landesgeschäftsführer der BARMER in NRW.
Das geschulte Fachpersonal und Ärzte im IFAT können Gesundheitsdaten wie Herzfrequenz, Gewicht oder Blutdruck kontinuierlich über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten überwachen, bewerten und bei Veränderungen sofort reagieren, noch bevor es zu einer relevanten Verschlechterung des Gesundheitszustands kommt. So kann ein Krankenhausaufenthalt oft vermieden werden.
Darüber hinaus unterstützt die telemedizinische Begleitung die Patientinnen und Patienten dabei, ihre Erkrankung besser zu verstehen und aktiv mit zusteuern. Durch eine intensivere Betreuung, regelmäßigen telefonischen Kontakt und aktiver Kooperation mit der zuständigen Hausarzt- oder Facharztpraxis wächst die Sicherheit im Alltag. „Viele Betroffene gewinnen wertvolle Lebenszeit und Lebensqualität zurück“, sagt Dr. Dumitrescu.
„Menschen mit Herzschwäche wünschen sich vor allem Stabilität und Sicherheit“, betont Dr. Karin Overlack, Geschäftsführerin des HDZ NRW, bei der Vertragsunterzeichnung. „Mit der telemedizinischen Begleitversorgung erhalten sie beides – und zugleich die Gewissheit, dass medizinische Experten jederzeit ein Auge auf ihre Gesundheit haben.“